Evangelisches Schulzentrum
Bad Düben

Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.

Maria Montessori

und so geht′s...
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Stellenausschreibung

Zum Aufbau unserer weiterf├╝hrenden Schule mit Oberschule und Gymnasium suchen wir Sie,

einen engagierten Schulleiter.

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Stellenausschreibung

Wir suchen Lehrkräfte in den Fächern

Geographie/Spanisch/Physik

(in Teil- oder Vollzeit) für die Oberschule und das Gymnasium.
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Kirche macht Schule

Riskant war es schon. Am 2. Dezember 1997 traf sich eine kleine Gruppe im Bad Dübener Pfarrhaus, um über eine Schulgründung in freier Trägerschaft nachzudenken. Es gab noch kein Geld, keine Lehrerin, keine Räume – nur eine Vision und das Wissen darum, dass Schule sich ändern muss. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht es uns, das staatliche Schulwesen durch Neugründung von Schulen in Freier Trägerschaft zu bereichern.

Damit werden wir in die Lage versetzt, das Grundrecht auf freie Entfaltung der Individualität, das Grundrecht auf Gewissensfreiheit und nicht zuletzt auch das Ersterziehungsrecht der Eltern in Anspruch nehmen zu können. Schulen in freier Trägerschaft sind nach der Auslegung des Bundesverfassungsgerichts (1987) Ausdruck des von der Verfassung gewollten "schulischen Pluralismus", den der Staat "auch gegen sich selbst garantieren" (also auch finanziell fördern) muss.
Der geistigen Erneuerung im staatlichen Schulwesen bedarf es auch der Impulsgebung von Schulen in Freier Trägerschaft. Diese können schnell und flexibel auf Bildungsbedürfnisse auch kleiner Bevölkerungsgruppen reagieren und durch das Prinzip der freien Lehrerwahl eine bestimmte geistige Mitte des pädagogischen und weltanschaulichen Konzeptes stimmig verkörpern.

Diese Traditionen sollen mit der Gründung einer christlichen Schule in diesem Sinne fortgeführt werden. Gerade nach Krisen– und Kriegszeiten wurde dem Bildungswesen besondere Aufmerksamkeit entgegen gebracht. Aufgrund der mangelnden christlichen Sozialisation in der DDR will die christliche Schule – anknüpfend an die abendländische Tradition, die unser gesamtes Weltbild geprägt hat – nicht nur Alternativen zur Gestaltung eines sinnvollen Lebensentwurfes anbieten, sondern ihren Beitrag für die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft leisten.
Deshalb gehört Globales Lernen zu einem wesentlichen Merkmal der evangelischen Schule. In der Schulatmosphäre, im außerunterrichtlichen Umfeld, in der gelebten Schulgemeinschaft von Lehrern, Schülern und Eltern und in sozial–diakonisch angelegten Projekten werden sich die Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens herausbilden lassen und verdeutlichen. Im Fach– und Klassenübergreifenden Unterricht soll die vollständige Wahrnehmung der Wirklichkeit genug Zeit für Besinnung und Vertiefung lassen. Im "Staunen" über die Ganzheit der Dinge und Erscheinungen, in der "Wiederbefähigung für Andacht" (z.B. beim Betrachten einer Pflanze) kann ein bisher überwiegend technokratisches Naturverständnis durch ein "sakramentales Wahrheit–Nehmen" ersetzt werden. So können Überlebensfragen unserer Zeit (z.B. Bewahrung der Schöpfung) verinnerlicht und in verantwortungsbewusstes Handeln umgesetzt werden.

Eine Evangelische Schule bietet die Möglichkeit, dass sich Eltern, Lehrern und Kinder in ökumenischer Gemeinschaft verstehen lernen und diese Gemeinschaft im partnerschaftlichen Umgang miteinander sichtbar und erlebbar wird. Das können Bedingungen sein, die – eine angstfreie Erziehung und die Freude am Lernen, – die freie Entfaltung der Kinder und der Pädagogen sowie – eine verantwortungsbewusste und konstruktive Mitwirkung der Eltern ermöglichen.
Erziehungsziel einer Evangelischen Schule ist die ganzheitliche freie Entfaltung der Kinder und Jugendlichen zu lebensfrohen und lebenstüchtigen Menschen. Das erfordert einerseits die Förderung der individuellen Entwicklung von Empfindung und Wahrnehmung, der Ausdrucksfähigkeit und der Begabungen eines jeden einzelnen Kindes. Andererseits erfordert es die Förderung der sozialen Entwicklung, der Kommunikations-, Konflikt- und Kritikfähigkeit und der Fähigkeit zu Nächstenliebe und Anerkennung.
Die Evangelische Schule versteht sich als konfessions- und religionsübergreifende Schule unter der Trägerschaft eines Vereines. So weiß sich diese Schule der Anerkennung und Achtung gegenüber Andersdenkenden, Minderheiten, sozial Schwächeren und Behinderten verpflichtet. Von dieser Verpflichtung her steht die Schule grundsätzlich jedem Kind offen, unabhängig von seiner ethnischen oder sozialen Herkunft und seiner religiösen oder weltanschaulichen Prägung. Einen Anspruch auf Aufnahme gibt es allerdings nicht. Gerade in Kleinstädten wird etwas Neues besonders argwöhnisch betrachtet.

Gegen allen Missmut (das wird sowieso nichts..) hat sich der Trägerverein "Evangelisches Schulzentrum Bad Düben e.V." am 17. April 1998 im Bad Dübener Lutherhaus gegründet. Dann kam es zu einer Kette von glücklichen Fügungen, die es ermöglicht hat, dass am 4. September 1999 unsere evangelische Grundschule eröffnet werden konnte.

  • Fügung 1
    Die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) übernahm die Anschubfinanzierung für die ersten beiden Jahre - bis zur staatlichen Finanzbeteiligung- in Höhe von 320 000 DM.
  • Fügung 2
    Wir konnten mit Cordula Nowack eine engagierte Frau als Schulleiterin einstellen.
  • Fügung 3
    Die Stadträte in Bad Düben haben mehrheitlich diesen Aufbau der Schule politisch gewollt und der Landrat Michael Czupalla hat uns sehr unterstützt.

Der Trägerverein arbeitet ehrenamtlich. Er stellt das Lehrpersonal ein und schließt die Schulverträge ab. Dies geschieht im engen Kontakt mit der Schulleitung. Er stellt den Haushalt auf und verwaltet die Finanzen. Er betreibt Kontakte zu Sponsoren und leistet ein hohes Maß an Öffentlichkeitsarbeit. Der Trägerverein weiß sich selber getragen von der biblischen Zusage:

Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig

( 2.Korinther 12 / 9 ) .

Dies gilt auch für die uns anvertrauten Kinder.

Jörg Uhle-Wettler